
KRIEG WAR GUERRA ВІЙНА حرب 戰爭 מִלחָמָה GUERRE ВОЙНА OORLOG SAVAŞ RHYFEL KRIG 전쟁 SOTA РАТ ΠΟΛΕΜΟΣ WOJNA ŞER AFEJ VÁLKA ՊԱՏԵՐԱԶՄ SORSUNNEQ युद्ध MÜHARİBƏ IMPI
Wieviel Kriege gibt es derzeit weltweit?
Die Anzahl bewaffneter Kriege und Konflikte weist leider den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg auf. Zu den intensivsten gehören der Krieg in der Uktaine, im Iran, Gaza, die Bürgerkriege in Myanmar und dem Sudan. Letzterer liegt in der Konfliktregion Subsahara, Dort toben innerstaatliche Kämpfe in Mali, Burkina Faso, dem Niger sowie im Osten des Kongos, ebenso wie in Somalia und Äthiopien. Die Liste ist lang. Auf dem asiatischen Kontinent haben wir den Bergkarabach- und Kaschmirkonflikt und auch im pazifischen Raum unzählig weitere Spannungsfelder. Eine genaue Gesamtzahl zu nennen ist unmöglich. Man geht jedoch von weit über 60 aus.
Wie beurteilen sie die Lage in Europa?
Wir befinden uns in einer ernstzunehmenden hybriden Bedrohunglage.
Wie ist dahingehend Ihre Prognose?
Ich bin keine Politikerin. Die weitere Entwicklung dieser Situation wird nicht unerheblich von der Gangart unserer Politik und der verbündeter Länder beeinflusst. Ein Balanceakt zwischen der Schaffung einer stabilen Verteidigungsfähigkeit, maßvollen Hilfen für die in Europa betroffene Ukraine und deeskalativer Überlegungen zur Friedenssicherung.
Wehrpflicht ja oder nein? Wie ist Ihre Einschätzung?
Das hängt von unserer Sicherheitslage und den Freiwilligenmeldungen ab. Im Moment wurde mit dem neuen Wehrdienstmodernisierungsgeetz ein hybrides Stufenmodell geschaffen. Der Bundestag kann hierin für eine Bedarfswehrpflicht oder Teilwehrpflicht entscheiden. Meine Einschätzung ist, dass es wahrscheinlich allein mit Freiwilligkeit nicht ausreichen wird, auf die, zur Abschreckungssfähigkeit gegenüber Bedrohungen notwendigen 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu kommen, die zur vollen Verteidigungsfähigkeit im Ernstfall sogar auf 460.000 aufwachsen müssten.
Wie groß ist die Angst in Deutschland vor einem Krieg in Europa?
Es ist definitiv ein Thema, das die Menschen beschäftigt, doch vorrangig leben die Leute im Hier und Jetzt und da sind andere Herausforderungen zu bewältigen, wie man am Beispiel Bonn tragisch sieht, wo nicht nur eine Autobahnbrücke per sofort geschlossen werden musste, sondern zeitgleich ein Tunnel eingeschränkt wird und 80 Prozent der Stadtbahnen aus dem Betrieb genommen werden mussten, wegen erheblicher Sicherheitsmängel.
Infrastrukturelle Probleme in vielen Bereichen, sowie die hohen Energiepreise überschatten und diskutieren die Menschen derzeit mehr, als das Thema eines Krieges.